21 November

Fokustreffen

Sicherheit trifft Sensibilität: Kooperation von Awareness und Security

 

Am 21.11.2025 fand das zweite Modul unserer Fortbildungsreihe statt, das sich einem der kritischsten Schnittstellen im Veranstaltungsbetrieb widmete: der Zusammenarbeit zwischen Awareness-Teams und dem Sicherheitsdienst. In Kooperation mit Mara Steinert (Aware Mosaic) und erfahrenen Sicherheitsmitarbeitenden wurden im Jakobshof Aachen praxisnahe Strategien entwickelt, um Sicherheit nicht nur als physischen Schutz, sondern als ganzheitliches Wohlbefinden der Gäste zu definieren. Dieser Baustein zahlt direkt auf unser Projektziel ein, eine lokale, nachhaltige Struktur aus Veranstaltenden und professionellen Gewerken aufzubauen.

 

 

Rollenklärung und rechtliche Handlungsfähigkeit

 

Ein Schwerpunkt des Seminars lag auf der Abgrenzung und Ergänzung der Aufgabenbereiche. Während der Sicherheitsdienst gemäß § 34a GewO primär für die physische Sicherheit und das Hausrecht zuständig ist, fokussiert sich Awareness auf die psychosoziale Unterstützung und die Perspektive der Betroffenen. Durch die Analyse rechtlicher Pflichten und technischer Qualifikationen wurde erarbeitet, wie klare Kommunikationsketten bei Grenzüberschreitungen oder Diskriminierungen aussehen müssen. Ziel ist es, Aachener Young Professionals und Security-Kräfte so zu vernetzen, dass eine „gemeinsame Sprache“ entsteht, die Eskalationen verhindert und betroffenenorientiertes Handeln ermöglicht.

 

 

Der Grauzonen-Kompass: Praxisnahe Krisenintervention

 

Im interaktiven Teil des Workshops arbeiteten die Teilnehmenden mit dem „Grauzonen-Kompass“. Anhand realer Fallbeispiele – von rassistischen Beleidigungen in der Einlassschlange bis hin zur Betreuung von Künstler:innen im Backstage – wurden Zuständigkeiten und Schnittstellen trainiert. Es wurde deutlich, dass ein funktionierendes Sicherheitskonzept zwingend ein integriertes Awareness-Konzept benötigt. Diese Erkenntnisse fließen unmittelbar in unseren „digitalen Brainpool“ ein, um auch externen Partnern und kleineren Vereinen in der Region Aachen bewährte Standards für ihre Veranstaltungsplanung zur Verfügung zu stellen.

 

 

Perspektiven für eine professionelle Event-Infrastruktur

 

Der Workshop hat gezeigt, dass die Professionalisierung der Schnittstelle zwischen Security und Awareness ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für den Kulturstandort Aachen ist. Durch gemeinsame Briefings, Feedbackschleifen und die Definition von Standards schaffen wir Strukturen, die Abwanderung von Fachkräften verhindern und die Chancengleichheit vor und hinter den Bühnen fördern. Die Ergebnisse dieses Moduls bilden eine wesentliche Grundlage für die Verstetigung unserer Awareness-Maßnahmen im regionalen Live-Kontext und stärken die Resilienz der Aachener Club- und Festivalszene.