18 November

Fokustreffen

Einführung in Awareness-Konzepte: Der Auftakt am 18. November

 

Am 18. November 2025 fiel der Startschuss für unsere vierteilige Fortbildungsreihe „Vom Bewusstsein zur Aktion“. Den Auftakt bildete das Fachseminar mit Mara Steinert (Aware Mosaic), das sich intensiv mit der Entwicklung von Awareness-Konzepten und der Erstellung von Code of Conducts für Aachener Kulturinstitutionen befasste. In einem „fehlerfreundlichen“ Rahmen kamen Akteur:innen der lokalen Club- und Festivalszene zusammen, um den Grundstein für eine sicherere und diskriminierungssensiblere Veranstaltungskultur zu legen. Dieser prozessorientierte Ansatz ist ein zentraler Baustein unseres Projekts, um Aachen als kulturell zentralen und zukunftssicheren Standort nachhaltig zu stärken.

 

 

Zwischen Theorie und Haltung: Was Awareness im Kern bedeutet

 

Awareness ist weit mehr als nur ein Trendbegriff – es ist eine ganzheitliche Aufgabe der Institution, die tief in die Organisationsstrukturen eingreift. Zu Beginn des Workshops stand die Selbstreflexion im Fokus: In der Übung „Vom Wert zum Verhalten“ erarbeiteten die Teilnehmenden, wie individuelle Werte wie Achtsamkeit und Respekt in konkrete Handlungsanweisungen für den Arbeitsalltag übersetzt werden können. Mara Steinert ordnete das Thema zudem historisch ein und schlug die Brücke von feministischen Bewegungen bis hin zu heutigen rechtlichen Standards. Die Vermittlung von Grundlagen wie dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dem Hausrecht sowie dem Schutz vor sexueller Belästigung (§ 184i StGB) gab den Teilnehmenden die nötige rechtliche Handlungssicherheit für den professionellen Kulturbetrieb.

 

 

Code of Conduct vs. Awareness-Konzept: Die Werkzeuge der Praxis

 

Ein zentraler Lernerfolg des Tages war die klare Differenzierung zwischen externer Haltung und interner Logik: Während ein „Code of Conduct“ als öffentliches Statement dient, das Werte und Anlaufstellen nach außen sichtbar macht, fungiert das „Awareness-Konzept“ als interner Leitfaden für Teams. Hier wurden detaillierte Abläufe, Verantwortlichkeiten und die Klärung von Sanktionsmöglichkeiten diskutiert. Durch die Analyse von Best-Practice-Beispielen konnten die Teilnehmenden direkt an ihren eigenen Strukturen arbeiten und spezifische Vulnerabilitäten für Fehlentscheidungen oder Stresssituationen in ihren Teams identifizieren. Dieser Wissenstransfer wird durch unseren digitalen Brainpool im Co-Working Hub langfristig gesichert.

 

 

Awareness als ganzheitliche Aufgabe der Institution

 

Das Fazit des ersten Fokustreffens war eindeutig: Erfolgreiche Awareness-Arbeit ist kein „Extra“, sondern ein normaler Teil der Betriebskultur, der die Einbeziehung von Führungskräften und transparente Kommunikationswege erfordert. Durch die Verknüpfung dieser professionellen Standards mit unseren anderen Programmsäulen – wie etwa dem Mentoring für Young Professionals oder der Artist Care bei den „Stoke & Pony Sessions“ – schaffen wir eine inklusive Musikstruktur für die Region Aachen. Mit einem gefüllten „Werkzeugkasten“ gehen die Teilnehmenden nun in die nächsten Module, um die erarbeiteten Werte als feste Basis für eine gerechte und diverse Kulturszene zu verstetigen.