05 Dezember

Fokustreffen

Sensibel, rechtssicher und handlungsfähig: Umgang mit Awareness-Fällen

Am 05.12.2025 fand der dritte Teil unserer Schulungsreihe statt, der sich der praktischen Fallarbeit im Kulturbetrieb widmete. Unter der Leitung von Kathi Bach lag der Fokus darauf, Young Professionals und Kulturakteur:innen für den konkreten Umgang mit Diskriminierungs- und Gewaltfällen zu qualifizieren. In einem fehlerfreundlichen Lernumfeld wurden Strategien entwickelt, um in Krisensituationen nicht nur empathisch, sondern auch rechtssicher und strukturiert zu agieren. Dieser Workshop ist ein wesentlicher Baustein, um die im Antrag formulierte „Anlaufstelle für unterrepräsentierte Kulturakteur:innen“ mit fachlicher Expertise zu füllen.

 

 

Rechtliche Rahmenbedingungen und Opferschutz im Fokus

 

Ein Kernaspekt des Moduls war die Vermittlung der rechtlichen Leitplanken, die für Veranstaltende in der Region Aachen oft eine Unsicherheit darstellen. Wir behandelten intensiv die Anforderungen des Datenschutzes bei sensiblen Vorfällen sowie die Rechte betroffener Personen gemäß dem AGG und dem Strafrecht (§ 184i StGB). Die Teilnehmenden lernten, wie eine professionelle Anamnese und Dokumentation erfolgen muss, ohne die Betroffenen zu retraumatisierten. Durch diese Professionalisierung stellen wir sicher, dass Awareness-Maßnahmen in Aachen keine bloßen Lippenbekenntnisse bleiben, sondern auf einem belastbaren juristischen und ethischen Fundament stehen.

 

 

Praktische Fallbearbeitung: Vom Wissen zum sicheren Handeln

 

In Kleingruppen wurden reale Szenarien aus dem Kulturbetrieb analysiert und konkrete Handlungspläne erstellt. Dabei wurden Sofortmaßnahmen sowie langfristige Kommunikationsstrategien innerhalb des Teams und gegenüber der Öffentlichkeit trainiert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der „Definitionsmacht“: Die Wahrnehmung der betroffenen Person steht im Mittelpunkt des Handelns. Diese methodische Schärfung stärkt die Resilienz unserer Young Professionals und bereitet sie darauf vor, auch in stressigen Veranstaltungssituationen besonnen und diskriminierungssensibel zu entscheiden.

 

 

Verstetigung durch Dokumentation und Wissenstransfer

 

Die Ergebnisse der Fallanalysen und die erarbeiteten Checklisten fließen direkt in unsere digitale Plattform ein. Damit erfüllen wir das im Förderantrag gesetzte Ziel, Wissenstransfer für die gesamte Region Aachen nachhaltig zu sichern. Durch die Ausbildung von Multiplikator:innen, die nun über fundiertes Wissen in Krisenintervention und Fallmanagement verfügen, schaffen wir eine inklusive und sichere Infrastruktur. Dies fördert die Chancengleichheit und ermutigt insbesondere FLINTA* und POC, sich aktiv und sicher in der regionalen Musikszene zu bewegen und diese mitzugestalten.